1. Am Anfang solltest du dir immer einen Lernplan erstellen. Die zusätzliche Arbeit, die dieser erfordert, wirst du vielfach wieder einsparen. Durch den Plan stellst du sicher, dass du Feedback bekommst: Bleibt dir für den restlichen Stoff noch genug Zeit? Wie schnell kommst du voran? Das Wichtigste: Der Lernplan gibt dir ein Gefühl von Sicherheit und reduziert damit unnötigen Stress! Für eine Abschlussprüfung musst du sicherlich mehr Zeit einplanen als für eine Zwischenprüfung. Dir sollte genug Zeit zur Verfügung stehen, ohne dass Druck entsteht. Daher ist immer vorteilhaft, wenn dein Zeitplan ein paar Zeitpuffer enthält. Ein gewisses Maß an Stress ist zwar auch für das Lernen hilfreich, um wachsam zu bleiben.
2. Der nächste Faktor ist das optimale Lernumfeld. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass es nicht das eine, perfekte Lernumfeld gibt. Gerade die Abwechslung deiner Lernumgebung sorgt dafür, dass du den Lernstoff besser behalten kannst. Es bietet sich an, für jede Thematik eine andere Lernumgebung zu wählen. Beispielsweise lernst du an deinem Schreibtisch für Rechnungswesen, und in der Stadtbibliothek eignest du dir das Wissen für die Prüfungsaufgaben des Rhetorik-Kurses Besser Sprechen an. Auch Psychologie Professor Martin Schuster empfiehlt seinen Studenten, mal im Park oder im Schwimmbad zu büffeln. Ähnelt die Lernsituation der Prüfungssituationen, ist es später in der Prüfung einfacher, die Informationen aufs Papier zu bringen!
3. Du kennst wahrscheinlich die Unterteilung zwischen „Lerchen“ und „Eulen“ – als Persönlichkeitstyp: Während erstere mit einem Energieschub aus dem Bett springen, werden letztere erst um Mitternacht müde. Jeder hat seine persönliche Tageszeit, zu der er zur Höchstform aufläuft. Folge deiner inneren Uhr und lerne, wenn du die notwendige Energie dafür hast. Dann blätterst du mit doppelter Geschwindigkeit durch deine Studienunterlagen.
4. Besonders wichtig sind klar definierte Zeitblöcke – für die Zeiten, in denen du lernst, und in denen du Pause machst. Du musst dir keinen perfekt durchstrukturierten Tagesplan machen – vielmehr geht es darum, Multitasking zu vermeiden: Wenn du lernst, lernst du. Wenn du Pause machst, dann mach auch wirklich Pause! Die Pausen sind essentiell, damit dein Kopf wieder klar denken kann: 4 Stunden am Stück ohne Pause sind ineffektiv. Teile dir diese 4 Stunden lieber in 4 Zeitblöcke mit je einer Stunde ein. Lege dazwischen jeweils eine 10-minütige Pause ein. Die perfekte Zeitspanne für maximale Konzentration musst du wiederum für dich selbst herausfinden.
5. Das A und O einer optimalen Prüfungsvorbereitung ist das zielgerichtete Lernen. Deswegen solltest du dir Lernziele setzen, die dich motivieren. Am besten eignet sich ein tägliches Ziel für die Zeit, welche du für deine Prüfungsvorbereitung investieren möchtest. 3 Stunden, 5 Stunden, 10 Stunden? Das hängt von deiner Lerngeschwindigkeit und der Schwierigkeit der Prüfung ab.
6. Bevor du mit dem Lernen deiner Prüfungsunterlagen beginnst (und du also noch gar nicht so richtig im Thema bist), lohnt sich ein Blick ins Internet: Meistens findest du passende Zusammenfassungen (auch als Youtube-Videos!), die dir einen ersten Überblick über die Inhalte geben. Wenn du dann deine Prüfungsunterlagen studierst, kannst du jede Information direkt in den größeren Kontext einordnen und sie so schneller aufnehmen.
7. Wenn wir einen Text durchlesen, haben wir häufig das Gefühl, alles verstanden zu haben. Doch meistens liegen wir falsch! Das erkennt man aber erst, wenn man den Text aktiv (in eigenen Worten) wiedergeben möchte. Dann stammeln wir uns von Halbwissen zur nächsten Falschinformation. Studien haben gezeigt, dass das aktive Wiederholen die effektivste Möglichkeit ist, sich die Informationen ins Langzeitgedächtnis einzubrennen. Wenn gerade kein Lernpartner mit offenem Ohr neben dir sitzt, kannst du dir das Thema auch selbst vortragen. Oder schreibe die Lerninhalte auf! Hauptsache, du lernst aktiv.
8. Am Tag der Prüfung solltest du besonders auf deine Ernährung achten! Kaffee wird helfen; ab der fünften Tasse werden deine Prüfungsantworten aber wahrscheinlich nicht besser. Trink genug Wasser, auch während der Prüfung. Nicht soviel essen, dass du dich lieber hinlegen würdest, als Höchstleistung zu bringen. Für 2-stündige Prüfungen kannst du dein Gehirn mit Zucker füttern. Bei längeren Klausuren wird dies gefährlich, da dich nach dem Push eine Ermüdung einholt, die die letzten Stunden der Prüfung wie das Ende eines Marathons wirken lassen.